16.02.2020

Einblicke in die wissenschaftlichen Ergebnisse zu „Ottensen macht Platz“

von Ann-Julia Schaland

Bild: ottensen-macht-platz.de

Die Ergebnisse des Verkehrsversuchs „Ottensen macht Platz“ sind aktuell vom 11. bis 21. Februar 2020 ganztägig in den Zeisehallen ausgestellt.

Hier werden die empirischen Befunde (1) der Haushaltsbefragungen im Projektgebiet sowie den angrenzenden Wohngebieten, (2) der Befragungen der Gewerbetreibenden, (3) der Passant*innen-Befragungen sowie (4) der Verkehrszählungen und (5) Raumbeobachtungen vorgestellt. Der Methodenmix ist umfassend und üblich für vergleichbare Verkehrsversuche.

An der Haushaltsbefragung nahmen 1.779 der 6.400 befragten Haushalte in einem Gebiet zwischen Teilen der Barnerstraße, Fischers Allee, Keplerstraße, Arnold- und Lobuschstraße sowie Scheel-Plessen-Straße teil. Eine Rücklaufquote von knapp 28% ist überdurchschnittlich hoch für schriftliche Befragungen und zeigt das große Interesse der Anwohner*innen an dem Verkehrsversuch.

Eine deutliche Mehrheit der Befragten stimmte für ein autoreduziertes Gebiet (76% bis 86%, abhängig davon in welchem Gebiet die Befragten wohnten). Damit liegt Ottensen über dem Hamburger Trend (67% der Hamburger Bürger wünschen sich autofreie Innenstädte vgl. Infratest dimap-Umfrage im Auftrag des NDR Januar 2020).

Dennoch wünscht sich die Mehrheit der Befragten Veränderungen in dem Projektgebiet von „Ottensen macht Platz“. Hier werden 669 Mal Wünsche zur baulichen Umgestaltung des Straßenraums und 438 Mal Wünsche zur Ausweitung des Gebiets genannt. Eine deutliche Minderheit (13- 23%) wünscht sich, dass alles so bleibt, wie vor dem Verkehrsversuch.

Hinsichtlich der Nutzung des Projektgebiets als Einkaufs- Versorgungszentrum zeigen sich keine großen Veränderungen – jedoch gab fast die Hälfte der Befragten an, die Straßen nun häufiger zum Spazierengehen zu nutzen.  

Aus dem Projektgebiet beteiligten sich 86 der 223 Gewerbetreibenden (39%) an der Evaluation. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass sich die Erreichbarkeit der Geschäfte für Lieferant*innen verschlechtert hat. Hier werden vor allem Mängel bei den Lieferzeiten und die Überbelegung der Pick-up Points sowie deren Erreichbarkeit kritisiert. 14 % der Gewerbetreibenden sahen in dem stressfreien Parken durch den gewonnenen Platz während der Lieferzeiten positive Effekte des Verkehrsversuchs.

Die Verkehrszählungen zeigen Auffälligkeiten in der Zunahme des Verkehrs in der Eulenstraße im beobachteten Zeitraum. Welchen Einfluss z.B. die Sperrung des Lessing-Tunnels auf diesen Effekt hat, muss in näher erörtert werden.

Die Ausstellungstafeln der Evaluationsergebnisse als PDF

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